
Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau M.Sc. Sabine Herbricht interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Zahnärztin.
jameda: Frau Herbricht, was hat Sie motiviert, Zahnärztin zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?
Frau Herbricht: Ich wollte eigentlich schon als Kind Zahnärztin werden - mein Großvater war Zahnarzt. Er fand es aber eigentlich nicht so toll, dass ausgerechnet das Mädchen in der Familie in seine Fußstapfen treten sollte ;-)
jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht ihn so besonders?
Frau Herbricht: Mein Tätigkeitsschwerpunkt ist die Funktionsdiagnostik und die Rehabilitation. Das tolle daran ist, dass man den Patienten von Anfang bis Ende dabei begleitet und Lösungswege entwickelt, die für den Patienten gehbar sind und sich daraus in der Regel eine gute Arzt-Patienten Bindung entwickelt - Teamarbeit eben!
jameda: Gibt es ein medizinisches Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?
Frau Herbricht: Auf jeden Fall! Über verschiedene Weiterbildungen bin ich vor vielen Jahren Prof. Rudolf Slavicek begegnet. Ein begeisternder Lehrer, der einem diagnostisch die Augen öffnet. Begeisternd auch, weil er mit mittlerweile über 90 Jahren noch so neugierig ist und einem jederzeit mit Rat zu Seite steht! Ich fühle mich sehr geehrt, ihn kennen zu dürfen.
jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?
Frau Herbricht: Leider wird es in Zukunft weniger Zahntechniker geben. Gerade in der Funktions- und Rehabilitationstherapie ist aber der Austausch mit den Kollegen aus der Zahntechnik unabdingbar. Inwieweit Scanner, Software, Fräsgerate und 3-D-Drucker das ersetzen können, wird sich zeigen.
jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?
Frau Herbricht: Das müssen Sie meine Patienten fragen...
jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?
Frau Herbricht: Offene Worte. Es ist schön, wenn die Patienten wirklich verinnerlicht haben, dass es um sie und ihre Gesundheit geht und nicht darum, dass ich mich in ihrem Mund selbstverwirkliche.
jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?
Frau Herbricht: Ich bin jetzt schon über 20 Jahre hier in der Praxis und da gibt es viele schöne Erlebnisse. Am meisten rührt mich eigentlich, dass jetzt Patienten, die ich schon als Kinder betreut habe, mit ihrem Nachwuchs kommen - das hat was vom Landarzt in der Großstadt.
jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?
Frau Herbricht: Hören Sie mehr auf Ihren Bauch und Ihren Körper - lernen Sie sich selbst lesen.
Zur Person
Ich bin geboren in Heilbronn und bin dort auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Studiert habe ich in Berlin an der Freien Universtät. Meine erste Assistentenstelle hatte ich auch noch in Berlin, bevor es mich aus privaten Gründen ins Rheinland gezogen hat. Hier angekommen habe ich einige Jahre in Solingen als Assistenzzahnärztin und angestellte Zahnärztin gearbeitet.
Als sich die Möglichkeit bot, sich hier in der Klinik am Ring selbstständig zu machen, habe ich mich mit zwei Studienfreunden dazu entschlossen, die Praxis zu Gründen. Meine damalige Kollegin ist leider bereits 2008 verstorben, den anderen Kollegen hat es nach Süddeutschland gezogen.
Ich habe einen Sohn, der rein gar nichts mit Medizin am Hut hat.



