
Das als störend empfundene Abstehen der Ohrmuschel ist eine angeborene Fehlbildung. Hierbei stehen Ohrmuscheln mehr als 2 cm vom Schädelknochen ab. Da das Ohr ab dem 6. Lebensjahr nur noch wenig wächst, sollten Kinder mit dem Stigma einer abstehenden Ohrmuschel vor der Einschulung operiert werden.
Allerdings leiden auch viele Jugendliche und Erwachsene unter ihrer Ohrmuschelform.
Seit über 100 Jahren werden Ohrmuscheln operativ korrigiert. Bei den heute üblichen, „klassischen“ Verfahren (Otoplastik nach Converse, Pitanguy, Stenström, Mustarde) wird die Haut der Rückseite der Ohrmuschel über einen langen Schnitt vom Knorpel gelöst und dieser dann mit verschiedenen Verfahren umgeformt (teilweises Entfernen, Ritzen, Auffaltung mit Haltenähten). Überschüssige Haut wird ebenfalls entfernt. Dieses Vorgehen weist folgende Nachteile auf: Kopfwickelverband für mindestens eine Woche, Vollnarkose bei Kindern und häufig auch bei Erwachsenen, bleibende Operationsnarben, Gefahr der Entstehung von scharfen, unnatürlichen, teils entstellenden Knorpelkanten auf der Vorderseite des Ohres, Schmerzen und Gefühlsstörungen und erschwerte Nachkorrekturen.
Mit der Fadenmethode nach Merck kann die Ohrmuschelform praktisch ohne Schnitte der Haut durch mehrere, spezielle Nähte, die unter der Ohrmuschelhaut entlang geführt werden, verändert werden. Ab dem 12. Lebensjahr kann die Operation in der Regel mit örtlicher Betäubung erfolgen. Diese Methode ist für viele Ohrmuschelfehlstellungen geeignet. Das Verfahren bietet gegenüber den 'klassichen Operationsarten' folgende Vorteile: optimales kosmetisches Ergebnis ohne Gefahr der Kantenbildung der Ohrmuschel, keine Kopfverbände, keine Knorpelbearbeitung, keine Hautentfernungen, keine Narben, allenfalls minimaler Blutverlust, sehr geringes Infektionsrisiko, keine oder nur kurzzeitige Schmerzen unmittelbar nach der Operation und keine oder nur kurzzeitige schulische beziehungsweise berufliche Ausfälle.



